Tomatenmilch kann als schonende Nährstoffergänzung dienen und, bei richtiger Anwendung, das Bodenleben fördern. Die Aussicht auf einen automatischen Ertrag von 20 Kilogramm Früchten pro Pflanze hängt jedoch nicht von der Tomatenmilch ab, sondern hauptsächlich von der Sorte, dem Boden, der Bewässerung, dem Licht, dem Rückschnitt und dem allgemeinen Zustand der Pflanze.
Milch enthält Kalzium, Eiweiß, Zucker und geringere Mengen anderer Mineralstoffe. Stark verdünnt kann sie Pflanzen nähren, konzentrierte Milch hingegen säuert im Boden, riecht unangenehm und kann unerwünschte Mikroorganismen begünstigen.
Sind 20 Kilogramm Tomaten von einer Pflanze realistisch?
Hochwachsende, ertragreiche Sorten können unter idealen Bedingungen außergewöhnlich hohe Erträge liefern, dies ist jedoch nicht der Standard für jede Pflanze oder jeden Garten.
Der Ertrag wird durch die Genetik der Sorte, die Länge der Vegetationsperiode, die Anzahl der verbleibenden Triebe, den Gesundheitszustand, die Bodenqualität und die Regelmäßigkeit der Bewässerung beeinflusst. Die Milchlösung ist nur ein kleiner Teil der Gesamtpflege.
Wenn die Pflanze unter Schimmel, Trockenheit, Lichtmangel oder Wurzelschäden leidet, garantiert Milch keine Rekordernte. Die eigentliche Ursache des Problems muss zuerst beseitigt werden.
Was Milch den Pflanzen tatsächlich liefert
Milch besteht hauptsächlich aus Wasser, Laktose, Eiweiß, Fett und Mineralstoffen. Aus pflanzlicher Sicht sind Kalzium sowie geringe Mengen an Kalium und Phosphor von besonderem Interesse.
Die Nährstoffe in Milch sind jedoch nicht in einem Verhältnis angeordnet, das sie zu einem Volldünger machen würde. Tomaten benötigen insbesondere während der Fruchtbildung ausreichend Kalium, eine stetige Wasserversorgung und einen ausgewogenen Boden.
Ein Teil der organischen Substanz aus der Milch wird von Bodenmikroorganismen verwertet. Bei einem Überschuss können sich jedoch Bakterien vermehren, was zu einem säuerlichen Geruch führt und die Durchlässigkeit des Substrats verringert.
Warum Milch kein vollständiger Dünger ist
Eine Portion Milch versorgt Tomaten nicht mit allen notwendigen Nährstoffen. Sie enthält zu wenig Stickstoff für das Wachstum und zu wenig Kalium für eine lange Fruchtbildungsphase.
Verwenden Sie die Milchlösung daher nur zusätzlich zu Kompost oder einem ausgewogenen Dünger für Fruchtgemüse. Sie sollte die Grundnährstoffe für die gesamte Saison nicht ersetzen.
Sind die Blätter blass, das Wachstum hat aufgehört oder verfärben sich die Blattränder braun, sollte zunächst die tatsächliche Mangelursache ermittelt werden. Zusätzlicher Dünger hilft möglicherweise nicht und kann die Situation sogar verschlimmern.
Sicheres Verhältnis von Milchaufstrich
Ein Mischverhältnis von einem Liter Milch zu einem Liter Wasser ist für die normale Bewässerung unnötig hoch. Dadurch verbleibt viel organisches Material im Boden, das zu gären beginnen kann.
Ein sichereres Rezept lautet: 500 Milliliter Milch auf 9,5 Liter Wasser. Für gut durchwurzelte Pflanzen kann maximal ein Liter Milch auf neun Liter Wasser verwendet werden.
500 Milliliter bis 1 Liter Milch
9 bis 9,5 Liter stehendes Wasser oder Regenwasser
Unmittelbar vor Gebrauch gründlich vermischen.
Nur auf die Wurzeln auf feuchtem Boden auftragen
Beginnen Sie immer mit einer schwächeren Lösung. Wenn die Pflanzen gut darauf reagieren und die Erde nicht riecht, können Sie die Behandlung nach einigen Wochen wiederholen.
Wie viel Lösung pro Pflanze gießen?
Etwa 250 bis 500 Milliliter verdünnte Lösung reichen für eine ausgewachsene Tomatenpflanze im Beet. Eine größere Pflanze in durchlässigem Boden verträgt mehr Wasser, jedoch nicht einen ganzen Eimer auf einmal.
Für Paprika verwendet man etwa 200 bis 300 Milliliter. Gurken, Zucchini und Kürbis können je nach Größe ihres Wurzelballens eine ähnliche Menge erhalten.
In Behältern sollte die Dosierung mindestens halbiert werden. In kleinen Substratmengen reichern sich organische Stoffe und Salze deutlich schneller an.
Wie oft sollte die Milchbehandlung wiederholt werden?
Verwenden Sie die Milchlösung höchstens einmal alle drei bis vier Wochen. Eine häufigere Anwendung führt nicht automatisch zu höheren Erträgen.
Zwischen den Düngergaben nur mit sauberem Wasser gießen und die Pflanze regelmäßig nach Bedarf düngen. Bodengeruch, Blattfarbe und allgemeines Wachstum beobachten.
Wenn das Substrat anfängt, säuerlich zu riechen oder sich ein schleimiger Belag auf der Oberfläche bildet, muss die Zufuhr von milchigem Wasser sofort eingestellt werden.
Sollte die Milch Zimmertemperatur haben?
Sehr kalte Flüssigkeit kann in heißem Boden einen kurzfristigen Temperaturschoc