Was wäre, wenn Ihre alten Smartphones, Computer und Spielkonsolen viel mehr wert wären, als Sie denken? Eine Schweizer Innovation zeigt, dass sie ein Edelmetall enthalten und Elektroschrott in eine wahre Goldgrube verwandeln könnten.
Jahrelang haben wir unsere alten Smartphones, Computer und Spielkonsolen in der Schublade verstaut, überzeugt, sie nie wieder zu benutzen. Doch diese Geräte enthalten ein Edelmetall, dessen wir uns oft nicht bewusst sind. Eine Entdeckung von Schweizer Forschern zeigt, dass sie zu einer wahren Goldgrube werden könnten. Hinter diesen vergessenen Gegenständen verbirgt sich eine wertvolle Ressource, die unsere Sicht auf Elektroschrott grundlegend verändern könnte.
Dieses elektronische Gerät, das wir alle wegwerfen, enthält Gold.
Ein kaputtes Smartphone, ein alter Computer, ein ungenutzter Internet-Router oder eine defekte Spielkonsole haben eines gemeinsam: Sie alle enthalten geringe Mengen Gold. Dieses Metall findet sich hauptsächlich in Motherboards, Leiterplatten und Steckverbindern, wo es aufgrund seiner hervorragenden Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit verwendet wird.
Laut Forschern der ETH Zürich lassen sich aus etwa zwanzig ausrangierten Computer-Motherboards rund 450 Milligramm 22-karätiges Gold gewinnen, also fast ein halbes Gramm. Zum Vergleich: Ein Smartphone enthält durchschnittlich etwa 30 Milligramm Gold, während ein alter Desktop-Computer bis zu einem Gramm enthalten kann, verteilt auf Prozessor und diverse elektronische Bauteile.
Diese Zahlen mögen bescheiden erscheinen, doch multipliziert mit den Millionen ungenutzter Geräte in Privathaushalten stellen sie eine wahre Goldgrube dar.
Ein umweltfreundlicheres Schweizer Verfahren
Die von der ETH Zürich entwickelte Innovation basiert auf einer überraschenden Idee: Molke, ein Nebenprodukt der Käseherstellung, wird genutzt, um das in Elektronikschrott enthaltene Gold zurückzugewinnen.
Die in der Molke enthaltenen Proteine werden in mikroskopisch kleine Fibrillen umgewandelt, die wie molekulare Schwämme wirken. Diese werden zunächst präpariert und anschließend in eine Lösung mit gelösten elektronischen Bauteilen getaucht, wo sie fast ausschließlich die Goldionen binden.
Anschließend wird das gewonnene Gold durch kontrolliertes Erhitzen in 22-karätige Goldnuggets verwandelt. Forscher erklären, dass diese Methode den Bedarf an deutlich umweltschädlicheren Verfahren, die traditionell für das Recycling von Edelmetallen eingesetzt werden, erheblich reduziert. Die Verarbeitungskosten sind zudem bis zu fünfzigmal niedriger als der Wert des gewonnenen Goldes, was die wirtschaftliche Attraktivität dieser Innovation weiter steigert.
Elektroschrott: Eine weitgehend ungenutzte Ressource
Weltweit fallen jährlich fast 50 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Schätzungen zufolge kann eine Tonne dieses Schrotts bis zu 400 Gramm Gold enthalten – weit mehr als viele traditionelle Minen, deren Erze mitunter nur 1 bis 5 Gramm pro Tonne enthalten.
Smartphones, Computer, Spielekonsolen, Fernseher und Internetreceiver stellen somit eine strategische Ressource dar. Anstatt diese Geräte als bloßen Abfall zu betrachten, bezeichnen Experten sie heute als wahre urbane Goldmine, die Edelmetalle liefert, die bereits in Alltagsgegenständen vorhanden sind.
Was tun mit alten Geräten? Auch wenn diese Entdeckung neugierig machen mag, ist die Goldgewinnung zu Hause weder einfach noch empfehlenswert. Die notwendigen Prozesse erfordern komplexe Arbeitsgänge, den Einsatz spezieller Produkte und Spezialausrüstung. Diese Prozesse müssen in spezialisierten Anlagen durchgeführt werden, um die Sicherheit von Personen und den Umweltschutz zu gewährleisten.
Am besten geben Sie Ihre alten Smartphones, Computer, Spielekonsolen, Fernseher oder Internet-Receiver kostenlos an Sammelstellen, in Geschäften, Recyclinghöfen oder bei spezialisierten Recyclingunternehmen ab. Dort werden die Geräte sortiert und fachgerecht recycelt, um das enthaltene Gold sowie Kupfer, Silber und Palladium zurückzugewinnen.
Wenn Sie das nächste Mal zögern, ein altes Elektronikgerät wegzuwerfen, denken Sie daran: Es könnte einen kleinen Teil eines viel wertvolleren Schatzes enthalten, als Sie denken.