Tomaten sind eine Kulturpflanze mit hohem Nährstoffbedarf. Verschiedene Entwicklungsphasen erfordern jedoch unterschiedliche Nährstoffe.
Zu Beginn des Wachstums benötigen Tomaten vor allem Stickstoff, während der Blüte Bor und Spurenelemente und während der Fruchtbildung Kalium und Kalzium.
Daher ist es wichtig, nicht nur natürliche Düngemittel zu verwenden, sondern diese auch zum richtigen Zeitpunkt anzuwenden.
Im Folgenden finden Sie bewährte natürliche Mittel, die zu kräftigen Pflanzen, einer höheren Anzahl an Fruchtknoten und großen, süßen Früchten beitragen.
- Holzasche – eine Kalium- und Kalziumquelle
Asche enthält Kalium, Kalzium, Magnesium und Spurenelemente, die für die Fruchtbildung und die Erhöhung des Zuckergehalts der Tomaten notwendig sind.
1 Tasse Asche in 10 Litern Wasser auflösen. 24 Stunden einwirken lassen. 0,5–1 Liter pro Pflanze gießen.
Tipp: Asche sollte nicht mit Stickstoffdüngern (z. B. Salpeter oder frischen Kräuteraufgüssen) gemischt werden, da sich die Wirkungen gegenseitig aufheben.
- Brennnesselaufguss – natürlicher Stickstoffdünger
Brennnessel enthält viel Stickstoff sowie Eisen, Kalium und andere Spurenelemente. Sie fördert das schnelle Wachstum der Pflanzenmasse und stärkt die Pflanzen.
Einen Eimer gehackte Brennnesseln mit Wasser übergießen. 5–7 Tage gären lassen. Vor Gebrauch 1:10 verdünnen.
Wichtig: Dieser Dünger eignet sich am besten nur zu Beginn der Saison (Mai–Juni). Während der Fruchtbildung kann überschüssiger Stickstoff zu übermäßigem Blattwachstum anstelle von Fruchtbildung führen.
- Hefedünger – Wachstumsstimulator
Hefe ist kein Volldünger. Sie stimuliert die Bodenmikroorganismen, welche das Wurzelsystem aktivieren und die Nährstoffaufnahme verbessern.
10 g Trockenhefe
2 EL Zucker
10 l warmes Wasser
Tipp: Hefe verbraucht während der Gärung Kalium aus dem Boden. Daher empfiehlt es sich, nach einer solchen Düngung Asche hinzuzufügen, um Kaliumverluste auszugleichen.
- Bananenschalen – natürlicher Kaliumdünger
Bananenschalen enthalten Kalium, Magnesium und Phosphor, die zur Fruchtbildung beitragen und den Geschmack verbessern.
Schälen Sie 2–3 Bananen.
Übergießen Sie die Schale mit 1 l Wasser.
2–3 Tage ziehen lassen.
Vor Gebrauch 1:3 mit Wasser verdünnen und die Wurzeln damit gießen.
- Jod in Milch – Düngung und Krankheitsvorbeugung
Jod verbessert die Stickstoffaufnahme der Pflanzen und erhöht ihre Widerstandsfähigkeit gegen Pilzinfektionen. Die Milch bildet einen Schutzfilm auf den Blättern.
1 Liter Milch
9 Liter Wasser
5 Tropfen Jod
Achtung: Am besten abends sprühen, wenn die Hitze nachlässt. Bei heißem und sehr feuchtem Wetter kann der Milchfilm ein ideales Umfeld für Bakterienwachstum schaffen.
- Eierschalenaufguss – eine Kalziumquelle
Eierschalen enthalten Kalzium, das Fäulnis bei Früchten vorbeugt.
Übergießen Sie 5–6 zerstoßene Eierschalen mit 2 Litern Wasser. 3–4 Tage ziehen lassen. Tipp: Das Kalzium aus der Schale geht nur sehr langsam ins Wasser über. Um den Prozess zu beschleunigen, können Sie die Schalen einen Tag lang mit einer verdünnten Apfelessiglösung übergießen. Dadurch bildet sich Kalziumacetat, das von den Pflanzen schneller aufgenommen wird.
- Zwiebelschalenaufguss
Zwiebelschalen enthalten Spurenelemente und natürliche Phytonzide, die die Pflanzenabwehr stärken und Schädlinge bekämpfen.
Übergießen Sie eine Handvoll Zwiebelschalen mit 1 Liter heißem Wasser. 24 Stunden ziehen lassen. Anschließend in 5 Liter Wasser verdünnen. Kann zum Gießen und Besprühen verwendet werden.
- Molke
Molke bildet einen dünnen Film auf der Blattoberfläche, der die Entwicklung von Pilzkrankheiten hemmt.
1 Liter Molke
9 Liter Wasser
Besprühen Sie die Pflanzen alle 7–10 Tage.
- Komposttee
Kompostaufguss enthält nützliche Mikroorganismen, die die Bodenstruktur verbessern und die Nährstoffaufnahme der Pflanzen fördern.
1 Liter reifer Kompost
10 Liter Wasser
24–48 Stunden ziehen lassen und anschließend an den Wurzeln gießen.
- Kräuteraufguss
Aufguss aus Löwenzahn, Spitzwegerich, Brennnessel oder anderen Wildkräutern enthält einen Komplex an Spurenelementen und eignet sich als organischer Dünger.
Eimer mit gehacktem Grünzeug
Wasser darübergießen
5–7 Tage gären lassen
Wichtig: Wie Brennnesseltee enthält auch dieser Dünger viel Stickstoff und sollte daher nur zu Beginn der Vegetationsperiode verwendet werden.
- Borsäure – zur Fruchtknotenbildung
Bor regt die Blütenbildung an und fördert die Bildung von Fruchtknoten.
1 g Borsäure
in einem Glas heißem Wasser (ca. 70 °C) auflösen
mit Wasser auf 10 l auffüllen
Die Pflanzen während der Blüte besprühen.
Kalender für die natürliche Tomatendüngung
Für optimale Ergebnisse sollte die Düngung dem jeweiligen Entwicklungsstadium der Pflanze angepasst werden.
Nach dem Pflanzen der Setzlinge: Brennnesseltee, Hefe
Blütezeit: Borsäure, Jodspritzung
Fruchtbildung: Asche, Bananenschalen
Aktive Fruchtbildungsphase: Kaliumdüngung und Komposttee
Wichtige Düngeregeln
Alle Düngungen erfolgen auf feuchtem Boden.
Am besten morgens oder abends.
Überschüssiger Stickstoff während der Fruchtbildung reduziert den Ertrag.
Kalium und Kalzium sind besonders wichtig während der Fruchtfüllung.
Die richtige Kombination natürlicher Düngemittel ermöglicht es, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und konstant hohe Tomatenerträge ohne übermäßigen Einsatz von Mineraldünger zu erzielen.