Auch diese Schlagzeile ist wieder ein typisches Beispiel für Reißertechnik – sie greift einen wahren Kern auf, verpackt ihn aber in Panikmache.
Spinat ist auch für Seniorinnen und Senioren ein extrem gesundes, nährstoffreiches Gemüse. Der Grund, warum man bei Spinat bezüglich der Nieren jedoch genauer hinschauen sollte, heißt Oxalsäure.
Der Grund: Oxalsäure & Nierensteine
Spinat gehört zu den Pflanzen mit einem vergleichsweise hohen Gehalt an Oxalsäure (wie auch Mangold, Rhabarber oder Rote Bete).
- Bindung an Kalzium: Im Körper verbindet sich Oxalsäure mit Mineralstoffen wie Kalzium zu sogenannten Kalziumoxalaten.
- Das Risiko für Nierensteine: Bei Menschen, die zu Nierensteinen neigen oder zu wenig Flüssigkeit trinken, können sich diese Mikrokristalle in den Nieren ablagern und im Laufe der Zeit zu Nierensteinen heranwachsen (etwa 80 % aller Nierensteine bestehen aus Kalziumoxalat).
- Niereninsuffizienz: Bei bereits bestehender, schwerer Nierenerkrankung (chronische Niereninsuffizienz) können die Nieren Oxalsäure schlechter ausscheiden.
Warum das besonders für Senioren ein Thema sein kann
- Geringeres Durstgefühl: Im Alter lässt das natürliche Durstgefühl nach. Wer zu wenig trinkt, hat einen konzentrierteren Urin – was das Risiko für Kristallbildungen und Nierensteine deutlich erhöht.
- Vorerkrankungen: Die Nierenfunktion nimmt im Laufe des Lebens ganz natürlich etwas ab.
Entwarnung: So genießt man Spinat vollkommen sicher
Spinat von der Speisekarte zu streichen, wäre völlig übertrieben – schließlich steckt er voller Folsäure, Eisen, Lutein (gut für die Augen!) und Ballaststoffe. Mit zwei einfachen Küchenkniffen wird die Oxalsäure weitgehend unschädlich gemacht:
1. Mit kalziumreichen Lebensmitteln kombinieren (Der klassische Rahmspinat!)
Dass man Spinat gerne mit Milch, Sahne, Feta, Quark oder Käse zubereitet, hat biologisch Sinn: Das Kalzium aus dem Milchprodukt bindet die Oxalsäure bereits im Kochtopf oder Magen-Darm-Trakt. Dadurch wird das Kalziumoxalat direkt über den Stuhl ausgeschieden und gelangt gar nicht erst über das Blut in die Nieren.
2. Dämpfen oder Kochen (Kochwasser weggießen)
Oxalsäure ist wasserlöslich. Beim Kochen geht ein großer Teil der Säure ins Kochwasser über. Giest man dieses ab (statt es für Soßen zu nutzen), reduziert sich der Oxalsäuregehalt spürbar.
3. Ausreichend trinken
Eine gute Flüssigkeitszufuhr (vor allem Wasser und ungesüßter Tee) verdünnt den Urin und spült die Nieren durch.
Fazit
Solange keine ärztlich diagnostizierte, schwere Nierenerkrankung oder Neigung zu Oxalatsteinen vorliegt, dürfen auch Seniorinnen und Senioren Spinat bedenkenlos genießen – am besten leicht gegart und mit einem Schuss Sahne oder etwas Käse!