Die großen Blätter des Rhabarbers sind in der Küche nutzlos, aber im Garten haben sie einen überraschenden Wert: Diese vier Verwendungsmöglichkeiten sind einen Versuch wert.

Sie müssen die Rhabarberblätter nach der Ernte nicht automatisch wegwerfen. Obwohl sie nicht essbar sind, lassen sich die großen grünen Blätter als Mulch, als Grundlage für Flüssigdünger, als Kompostbestandteil und sogar als Rohstoff für die Schädlingsbekämpfung im Hausgarten verwenden.

Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze, die viele Jahre am selben Standort wachsen kann. Jeden Frühling bildet sie große Blätter und fleischige Stängel, die für Kompott, Kuchen, Marmeladen und andere Süßspeisen verwendet werden.

Nach dem Abschneiden der Stängel bleibt jedoch eine große Menge an Laub übrig. Dieses kann im Garten anderweitig verwendet werden, wenn man es gezielt verarbeitet und nicht einfach nur auf einem Haufen vertrocknen lässt.

Warum Rhabarberblätter nicht auf Ihren Teller gehören

Die fleischigen Blattstiele sind besonders essbar. Die Blätter selbst enthalten einen höheren Gehalt an Oxalaten und anderen Verbindungen und sind daher nicht zum Verzehr geeignet.

>

Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich automatisch um gefährlichen Gartenabfall handelt. Bei sachgemäßer Verwendung können sie verrotten, mit anderem organischen Material vermischt oder als Rohstoff für die Herstellung von Gartensickerwasser dienen.

Waschen Sie sich nach der Verarbeitung von Blättern die Hände und bewahren Sie zubereitete Lösungen außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf. Verwenden Sie Behälter, die für Lebensmittel bestimmt sind, nicht ohne sie anschließend gründlich zu reinigen.

Rhabarberblätter im Garten eignen sich als einfacher Mulch.

Die große Blattfläche ist vorteilhaft, wenn man kahle Stellen im Boden schnell bedecken möchte. Man kann das Blatt auf die Oberfläche eines Blumenbeets oder zwischen Stauden legen, um den Boden bestmöglich zu beschatten.

Der Schatten begrenzt den Lichteinfall für kleine Unkräuter und verlangsamt das Austrocknen des Bodens. Er ist besonders wirksam an Stellen, an denen sich die Oberfläche im Sommer stark aufheizt und nach dem Gießen schnell wieder austrocknet.

Die Blätter zersetzen sich allmählich und reichern den Boden mit organischem Material an. Sie bilden keine dauerhafte Barriere gegen Unkraut, sondern eine temporäre Schicht, die Sie nach Bedarf erneuern können.

Wie man Laub zersetzt, damit Mulch besser wirkt

Auf einer größeren Fläche können Sie die Blätter leicht übereinander stapeln, sodass keine großen Lücken zwischen ihnen entstehen, da Unkraut jede Öffnung nutzen kann, durch die Licht den Boden erreicht.

Platzieren Sie die Blätter nicht zu nah am Stängel junger Pflanzen. Lassen Sie etwas Platz um den Stängel herum, damit sich keine Staunässe bildet und die Pflanze ausreichend Luft erhält.

Sobald die Blätter zu verrotten beginnen, können Sie eine weitere Schicht hinzufügen oder sie auf natürliche Weise im Boden versickern lassen. Bei sehr nassem Wetter sollten Sie jedoch das Beet regelmäßig kontrollieren, um sicherzustellen, dass sich unter der dicken Laubschicht kein Staunässe bildet.

Aus den Blättern kann man auch Flüssigdünger herstellen.

Eine weitere Möglichkeit ist ein fermentierter Aufguss. Gehen Sie dabei wie im Originalrezept beschrieben vor, indem Sie etwa ein Kilogramm Rhabarberblätter klein schneiden und in einen Plastikbehälter oder ein anderes geeignetes Gefäß geben.

Übergießen Sie sie mit zehn Litern Regenwasser. Stellen Sie den Behälter für etwa zwei Wochen an einen schattigen Ort und rühren Sie den Inhalt gelegentlich um.

Während der Gärung können Schaum und ein starker Geruch entstehen. Sobald der Prozess nachlässt und die Lösung nicht mehr stark schäumt, die Flüssigkeit abseihen.

Dünger vor Gebrauch stets verdünnen.

Den konzentrierten Aufguss nicht direkt auf die Wurzeln auftragen. Verdünnen Sie ihn gemäß dem Rezept im Verhältnis 1:10 (ein Teil Aufguss zu zehn Teilen Wasser).

Mit dieser zubereiteten Lösung können Sie die Erde um Ihre Pflanzen herum gießen. Im Originaltext wird sie insbesondere für säureliebende Pflanzen wie Heidelbeeren, Rhododendren, Azaleen und Hortensien empfohlen.

Bei selbst hergestelltem Dünger sollte man die Reaktion der Pflanzen beobachten und ihn nicht zu häufig anwenden. Der Aufguss sollte die reguläre Pflege ergänzen und nicht die einzige Nährstoffquelle während der gesamten Saison darstellen.

Stickstoffdüngung frühzeitig stoppen

Das Blattmaterial enthält Stickstoff, der das Wachstum von Blättern und jungen Trieben fördert. Dies ist besonders im Frühling und Frühsommer von Vorteil, wenn die Pflanzen aktiv wachsen.

Eine späte, intensive Stickstoffdüngung kann jedoch das Wachstum weicher neuer Triebe fördern, gerade wenn sich die Pflanze auf das Saisonende vorbereiten sollte. Daher wird empfohlen, Flüssigdünger spätestens Ende Juli anzuwenden.

Bei blühenden und fruchttragenden Pflanzen sollten Sie stets deren zusätzlichen Bedarf an Phosphor, Kalium und Spurenelementen berücksichtigen. Der fermentierte Extrakt allein deckt möglicherweise nicht den gesamten Bedarf der Pflanze.

Man kann auch ein selbstgemachtes Spray aus Rhabarberblättern herstellen.

Aus den Blättern lässt sich auch eine Lösung herstellen, die zur Behandlung von Pflanzen dient, die von bestimmten Schädlingen befallen sind. Das Originalrezept nennt Blattläuse, Milben, Weiße Fliegen und Raupen.

Verwenden Sie etwa 100 Gramm fein gehackte Blätter pro Liter Wasser. Erhitzen Sie die Mischung bei schwacher Hitze etwa 20 bis 30 Minuten lang.

Anschließend vollständig abkühlen lassen und gründlich abseihen. Geben Sie etwa einen halben Teelöffel Flüssigseife zur fertigen Lösung hinzu; dies verbessert die Haftung des Produkts auf der Pflanzenoberfläche.

Testen Sie das Spray zunächst an einer kleinen Stelle der Pflanze.

Selbstgemachte Sprays können bei verschiedenen Pflanzen unterschiedliche Auswirkungen haben. Besprühen Sie daher zunächst eine kleine Stelle eines Blattes, bevor Sie den gesamten Strauch oder das Beet behandeln, und beobachten Sie die Pflanzen am nächsten Tag auf mögliche Schäden.

Sprühen Sie nicht während der heißesten Tageszeit. Es ist besser, morgens oder am frühen Abend zu sprühen, wenn die Blätter noch nicht zu heiß sind.

Bei der Anwendung auf Gemüse oder Obstpflanzen die Früchte vor dem Verzehr gründlich waschen. Außerdem sollte die Lösung nicht unnötig auf Blüten gesprüht werden, in denen Bestäuber vorkommen.

Auch Rhabarberblätter können im Kompost landen.

Große Blätter müssen nicht separat verarbeitet werden. Sie können sie zerkleinern und zusammen mit anderen Pflanzenresten auf den Kompost geben.

Da es sich um ein weiches, stickstoffreiches Grünmaterial handelt, empfiehlt es sich, es mit einem trockeneren, kohlenstoffhaltigen Material zu vermischen. Sie können Karton ohne Kunststoffbeschichtung, trockenes Stroh, Holzspäne oder trockenes Laub verwenden.

Diese Kombination trägt zu einer ausgewogeneren Kompoststruktur bei. Eine dicke Schicht aus feuchten Blättern allein könnte schlecht durchlüftet sein und unangenehm riechen.

Oxalsäure ist kein Grund, Laub nicht auf den Kompost zu geben.

Die Bedenken hinsichtlich Rhabarberblättern im Kompost rühren hauptsächlich daher, dass sie Oxalsäure und andere Substanzen enthalten, die sie ungenießbar machen. Bei herkömmlicher Kompostierung zersetzt sich das Pflanzenmaterial jedoch allmählich.

Sie können die Blätter daher in angemessenen Mengen zu den anderen Zutaten geben. Wichtiger als der Rhabarber selbst ist jedoch, für ausreichend Luftzirkulation, angemessene Luftfeuchtigkeit und eine abwechslungsreiche Mischung aus grünen und trockenen Zutaten zu sorgen.

Wenn Sie eine große Menge Laub auf einmal haben, zerkleinern Sie es und verteilen Sie es in mehreren Schichten. Dadurch wird verhindert, dass der Kompost zu einer einzigen nassen Masse wird.

Das Abdecken des Bodens hilft hauptsächlich gegen Unkraut.

Rhabarberblätter töten Unkraut nicht wie Herbizide. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie durch ihre große Oberfläche das Licht blockieren und es jungen Unkräutern erschweren, darunter zu wachsen.

Sie gedeihen am besten in einem frisch eingesäten Beet. Setzt man sie auf hohes, wucherndes Unkraut, breiten sich die kräftigen Pflanzen oft an den Rändern aus oder überwuchern die Blätter.

Entfernen Sie daher größere Unkräuter vor dem Mulchen und decken Sie die Oberfläche anschließend ab. Dadurch keimen weniger neue Sämlinge und der Boden trocknet langsamer aus.

Was tun mit kranken Blättern?

Gesunde Blätter an Ihrem Rhabarber eignen sich für alle oben genannten Methoden. Seien Sie jedoch vorsichtig mit stark befallenen, faulenden oder verschimmelten Blättern.

Es empfiehlt sich, solches Material nicht direkt um gesunde Pflanzen herum als Mulch zu verwenden. Beim Kompostieren ist es wichtig, dass der Kompost eine ausreichend hohe Temperatur erreicht, um problematische Pflanzenreste zu zersetzen.

Wenn Sie sich über den Ursprung der Krankheit nicht sicher sind, ist es am sichersten, die befallenen Teile von dem Material zu trennen, das Sie als Dünger oder Spritzmittel verwenden möchten.

Vier Möglichkeiten, Rhabarberblätter zu verwenden

  • Große Blätter werden als temporäre Mulchschicht auf den Boden gelegt, um Unkraut zu beschatten und das Austrocknen zu verlangsamen.
  • Für Flüssigdünger verwendet man etwa 1 Kilogramm Blätter pro 10 Liter Regenwasser und verdünnt die Lösung nach der Fermentation im Verhältnis 1:10.
  • Zum Besprühen etwa 100 Gramm Blätter in 1 Liter Wasser geben, 20 bis 30 Minuten kochen lassen und nach dem Abkühlen etwas Flüssigseife hinzufügen.
  • Für den Kompost die Blätter zerkleinern und mit trockenen, kohlenstoffreichen Materialien vermischen.

Ein Bund Rhabarber beschert Ihrem Garten mehr als nur eine Ernte.

Rhabarberblätter im Garten müssen nicht im Abfall landen. Wenn man sie als Mulch, für Aufgüsse, zum Besprühen oder als Kompostzutat verwendet, führt man einen Großteil der Pflanzenmasse dem Gartenkreislauf wieder zu.

Am wichtigsten ist, die Blätter nicht zu essen, die einzelnen Hausmittel in den empfohlenen Mengen anzuwenden und vor dem Besprühen die Reaktion der Pflanze zu testen. Aus einem Bund Rhabarber erhält man nicht nur eine kulinarische Ernte, sondern auch einige praktische Helfer für den Garten.

Leave a Comment