Tomatenthripse können Anbauer gerade dann überraschen, wenn sie endlich die reifen Früchte genießen wollen. Dunkle Larven mit weißen oder hellen Punkten können plötzlich auftreten, sich bei warmem Wetter schnell entwickeln und, wenn sie in großer Zahl vorkommen, unangenehme Schäden an der Ernte verursachen.
Auf den ersten Blick ähneln sie kleinen schwarzen Käfern. Sie sitzen oft direkt auf roten Tomaten, an den Stängeln oder auf der Blattunterseite.
Hierbei handelt es sich um junge Entwicklungsstadien von Bettwanzen. Nymphen können völlig anders aussehen als ausgewachsene Tiere, daher kann der Gärtner sie möglicherweise nicht sofort richtig bestimmen.
Tomatenthripse erkennt man an ihren dunklen Larven.
Junge Käfer sind in der Regel kleiner, rundlicher und haben noch nicht vollständig entwickelte Flügel. Ihr Körper kann dunkel bis schwarz sein und ist oft mit kontrastierenden hellen Flecken verziert.
Nach dem Schlüpfen bleiben die Nymphen eine Zeitlang zusammen, weshalb man mitunter mehrere gleich große Exemplare gleichzeitig auf einem einzigen Blatt oder einer Frucht findet.
Sie häuten sich nach und nach mehrmals. Mit jedem nachfolgenden Stadium ähneln sie mehr einem ausgewachsenen Käfer und gewinnen an Beweglichkeit.
Woher kommen plötzlich die Tomaten?
Möglicherweise leben die Käfer seit dem Frühjahr nicht mehr auf Ihren Tomaten. Die ausgewachsenen Tiere könnten von der umliegenden Vegetation, Unkraut, Sträuchern, Bäumen oder hohem Gras herübergeflogen kommen.
Die Weibchen legen ihre Eier dann auf den Pflanzen ab. Man findet sie oft auf der Blattunterseite in regelmäßigen Ansammlungen, die man bei einer flüchtigen Kontrolle leicht übersehen kann.
Sobald die Eier schlüpfen, kann die Anzahl der Larven scheinbar täglich zunehmen. Warmes, beständiges Wetter begünstigt ihre Entwicklung, daher tritt das Problem vor allem in heißen Sommern in Erscheinung.
Warum werden sie von reifen Früchten angezogen?
Hummeln besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge. Sie durchstechen das Fruchtgewebe und saugen Pflanzensäfte heraus, wobei sie Speichel in die Einstichstelle abgeben.
Nach dem Aussaugen kann ein kleiner Punkt, ein hellerer Fleck oder eine unauffällige Einstichstelle auf der Tomate zurückbleiben. Die Beschädigung unter der Oberfläche kann jedoch deutlicher sichtbar sein als an der Schale.
Das Fruchtfleisch unterhalb der Einstichstelle kann blass oder braun werden oder fest bleiben. Manchmal verändert sich der Geschmack, und die beschädigte Stelle reift ungleichmäßig.
- Es bilden sich winzige Einstiche oder Punkte auf der Haut.
- Das Gewebe unterhalb der beschädigten Stelle kann hart oder verfärbt sein.
- Die Wunde um die Injektionsstelle herum kann langsamer heilen.
- Durch die Vielzahl der Eingriffe wird ein größerer Teil des Fötus zerstört.
- Ähnliche Flecken können auch auf Paprika auftreten.
Ein einzelner Einstich muss nicht bedeuten, dass die Tomate verdorben ist.
Ist die Frucht fest, frei von Fäulnis und weist nur geringfügige oberflächliche Beschädigungen auf, muss sie nicht sofort weggeworfen werden. Bei der Weiterverarbeitung genügt es, die verdächtige Stelle vorsichtig herauszuschneiden.
Anders verhält es sich mit Früchten, die unangenehm riechen, weich werden, sich stärker braun verfärben oder zu faulen beginnen. Solche Tomaten sollte man besser nicht essen.
Das größte Problem entsteht während der Überwinterung der Pflanze. Zahlreiche Larven können junge und reifende Früchte wiederholt anstechen und die Pflanze dadurch schwächen.
Die schnellste Maßnahme ist eine einfache, regelmäßige Vorsorgeuntersuchung.
Es empfiehlt sich, die Larven so früh wie möglich zu entfernen, solange sie noch auf kleinem Raum konzentriert sind. Bei Gemüse, das zum Verzehr bestimmt ist, ist es ratsam, zunächst mechanische Methoden anzuwenden.
Untersuchen Sie die Pflanzen morgens, wenn Insekten weniger aktiv sind. Achten Sie dabei auf die Früchte, Stängel sowie die Ober- und Unterseite der Blätter.
Falls Sie nur wenige Exemplare finden, sammeln Sie diese von Hand ein. Sie können sie in ein Gefäß mit Wasser und einer kleinen Menge eines Mittels geben, das die Oberflächenspannung reduziert und so ihr Entkommen verhindert.
Eier sind wichtiger, als man denkt.

Das Sammeln von Nymphen allein reicht möglicherweise nicht aus, wenn sich noch andere Eier auf den Blättern befinden. Halten Sie daher Ausschau nach winzigen Eiern, die in Gruppen angeordnet sind, insbesondere auf der Blattunterseite.
Sie können das befallene Blatt mit den Eiern entfernen. Werfen Sie es nicht in den normalen Kompost, da sich die Insekten dort weiter entwickeln könnten.
Für die Entsorgung des befallenen Pflanzenmaterials eignet sich ein verschlossener Beutel oder Mülleimer besser. Dadurch kann die gesamte zukünftige Larvengeneration auf einmal vernichtet werden.
Wenn mehr Larven vorhanden sind, hilft eine Plane und leichtes Schütteln.
Breiten Sie ein helles Tuch, Papier oder ein großes Stück Pappe unter der Pflanze aus. Schütteln Sie die Stängel vorsichtig und sammeln Sie dann die abgefallenen Larven ein.
Bei hochwachsenden Tomaten ist Vorsicht geboten. Starkes Schütteln kann Triebe abbrechen, Blütenstände beschädigen oder reife Früchte abwerfen.
Eine weitere Möglichkeit ist ein sanfter Strahl sauberen Wassers. Dieser kann die Larven von den Blättern lösen, sollte aber nicht so stark sein, dass er die Blätter zerreißt oder die jungen Stängel abbricht.
Warum nicht Essig und ein starkes Reinigungsmittel verwenden?
Rezepte mit Wasser, Essig und Spülmittel findet man oft im Internet, aber bei Tomaten kann diese Mischung mehr schaden als nutzen.
Essig kann empfindliches Blattgewebe schädigen. Konzentriertere Küchenreiniger können die Schutzschicht der Blätter zerstören und in Kombination mit Sonnenlicht Verbrennungen verursachen.
Reicht die mechanische Entfernung nicht aus, wählen Sie ein für die jeweilige Gemüsesorte zugelassenes Produkt. Einige insektizide Seifen oder ölbasierte Produkte können geeignet sein, beachten Sie jedoch immer die Anweisungen auf dem Etikett.
Bei der Anwendung von Sprühgeräten sind die Gebrauchsanweisung und die Wartezeit maßgeblich.
Verwenden Sie kein willkürlich ausgewähltes Produkt auf essbarem Gemüse, nur weil es gegen Insekten wirkt. Die Kennzeichnung muss die zulässige Verwendung und die Anwendungsmethode angeben.
Beachten Sie die Konzentration, die Anzahl der Anwendungen und die Wartezeit vor der Ernte. Eine stärkere Lösung bedeutet nicht automatisch eine bessere Wirkung und kann die Pflanze schädigen.
Sprühen Sie gezielt dort, wo sich die Schädlinge befinden. Wenn sich die Larven nur auf wenigen Blättern befinden, ist eine lokale Behandlung oft wirksamer als die unnötige Behandlung des gesamten Beetes.
Natürliche Feinde helfen dabei, Schädlinge in Schach zu halten.
Ein Garten ohne Spinnen oder räuberische Insekten ist kein Vorteil. Spinnen haben natürliche Feinde, und eine vielfältige Umwelt kann ihre Vermehrung teilweise hemmen.
Vögel, Spinnen, einige Raubinsekten und Parasiten sind hilfreich. Daher lohnt es sich nicht, alle Insekten mit breit angelegten Maßnahmen zu bekämpfen.
Blühende Pflanzen rund um Blumenbeete fördern nützliche Arten und entfernen regelmäßig Unkraut, das Schädlingen Nahrung oder vorübergehenden Unterschlupf bieten kann.
Kontrollieren Sie die Pflanzen alle zwei bis drei Tage.
Nach der ersten Behandlung sollten Sie nach etwa zwei bis drei Tagen zum Bett zurückkehren. Möglicherweise entdecken Sie dann Tiere, die Sie zuvor übersehen haben, oder frisch geschlüpfte Nymphen.
Tomatenthripse lassen sich am einfachsten bekämpfen, indem man ihr Auftreten regelmäßig kontrolliert. Eine einmalige Kontrolle reicht oft nicht aus, wenn sich Eier an der Pflanze befinden.
Sobald der Schädlingsbefall deutlich zurückgegangen ist, können Sie die Kontrollen auf etwa einmal wöchentlich erhöhen. Nach einer warmen Periode oder nach Regenfällen ist es ratsam, die Pflanzen erneut sorgfältig zu untersuchen.
Nach der Saison sollten alle Stellen entfernt werden, an denen sie überwintern können.
Im Herbst sollten Sie befallene Pflanzenreste nicht unbeaufsichtigt lassen. Alte Stängel, Blätter und dichtes Unkraut können verschiedenen Schädlingen Versteckmöglichkeiten bieten.
Reinigen Sie das Beet und entfernen Sie das befallene Material sicher. Sorgen Sie gleichzeitig für gute Belüftung im Bereich der Tomatenpflanzen, damit Schädlinge leichter zu erkennen sind.
Es ist jedoch nicht nötig, den Garten in einen sterilen Raum zu verwandeln. Ziel ist es, Vermehrungsquellen zu beseitigen und gleichzeitig den Lebensraum für nützliche Organismen zu erhalten.
Was sofort zu tun ist, wenn man gefleckte Larven entdeckt
- Untersuchen Sie morgens die Früchte, Stängel und Blattunterseiten.
- Sammeln Sie kleinere Mengen an Nymphen von Hand.
- Achten Sie auf Eigelege und entfernen Sie befallene Blätter.
- Bei stärkerem Befall ein leichtes Tuch verwenden und vorsichtig schütteln.
- Vermeiden Sie Essig und zu starke Reinigungsmittelmischungen.
- Falls eine Spritzung erforderlich ist, wählen Sie ein zugelassenes Produkt und beachten Sie die Wartezeit.
- Die Kontrolle nach zwei bis drei Tagen wiederholen.
Tomatenthripse bedeuten nicht zwangsläufig den Verlust der gesamten Ernte, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Regelmäßige Kontrollen, das Entfernen von Larven und Eiern sowie ein gezieltes, schonendes Vorgehen in den befallenen Bereichen sind am wirksamsten.
Bei einem geringeren Befall kann man oft auf aggressive Chemikalien verzichten. Wichtig ist, wiederholt zu handeln, da die nächste, neu geschlüpfte Generation oft der Grund dafür ist, dass das Problem nach einigen Tagen wieder auftritt.