Nachdem Fliesen auf die Fußbodenheizung verlegt wurden, wurde das Haus kälter. Ich erkläre Ihnen, warum.

Im Januar 2025 habe ich die Verlegung von Feinsteinzeugfliesen in meinem Haus abgeschlossen. Die Fliesen bedeckten die gesamte Bodenfläche beider Etagen, da hier ausschließlich über eine Fußbodenheizung geheizt wird – Heizkörper gibt es gar nicht. Warum diese aufwändige und teure Heizlösung? Stammleser wissen es bereits: Es liegt an der Wärmepumpe, die mit Heizkörpern ineffizient arbeitet.

Eine Wärmepumpe erreicht ihre höchste Effizienz nur bei niedrigen Vor- und Rücklauftemperaturen – etwa 35/30 Grad Celsius. Nach zusätzlicher Dämmung haben wir die Temperatur im Haus auf noch mildere 32/27 Grad Celsius eingestellt. Dadurch erhöht sich der Leistungskoeffizient (COP) der Wärmepumpe. Schließt man jedoch Heizkörper an, die eine Vorlauftemperatur von bis zu 55 Grad Celsius benötigen, ist die Wärmepumpe sinnlos – selbst bei Temperaturen leicht unter Null Grad sinkt ihr COP auf etwa 1,5.

Um eine maximale Wärmeleistung der Fußbodenheizung zu gewährleisten, sollte der Bodenbelag aus Feinsteinzeug bestehen. Laminat, Linoleum, Parkett und ähnliche Materialien sind von Natur aus Wärmedämmstoffe und halten die Wärme des Estrichs zurück. Um diesen Wärmeverlust auszugleichen, muss die Kühlmitteltemperatur erhöht werden, und bei Minustemperaturen ist die Leistung der Wärmepumpe möglicherweise nicht ausreichend.

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Selbst Quarz-Vinyl-Laminat, das als für Fußbodenheizung geeignet gilt, ist nicht ideal. Es wird zwar ohne Unterlage verlegt, ist aber nicht vollkommen eben – es bilden sich Lufteinschlüsse darunter. Luft ist ein guter Wärmedämmstoff. Und falls Klebstoff verwendet wird, besitzt dieser selbst keine hohe Wärmeleitfähigkeit. Außerdem ist Quarz-Laminat oft teurer als manche Porzellanfliesen.

Außerdem konnte ich Porzellanfliesen nicht ablehnen – ich habe über den Großhandel einen super Preis bekommen.

Ein befreundeter Heimwerker lieh mir eine Nassschneidemaschine. Ansonsten hätte ich die Fliesen draußen mit einem Winkelschleifer schneiden müssen. Und im Winter ist es kein Vergnügen, alle fünf Minuten nach draußen zu rennen, und die Arbeit würde sich über Wochen hinziehen. Drinnen mit einem Winkelschleifer zu schneiden ist unmöglich – es würde eine Staubwolke erzeugen. Nassschneiden mit einer Maschine ist die ideale Lösung: glatt, sauber, schnell und ohne Ausrisse. Der einzige Nachteil ist, dass der Wasserstrahl die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöht.

Am Ende hatte ich 120 Quadratmeter Fliesen verlegt, inklusive der Verschnitte. Dabei fiel mir etwas Seltsames auf: Die Raumtemperatur sank um etwa ein Grad Celsius. Ich musste die Rücklauftemperatur der Wärmepumpe von 27 auf 28 Grad Celsius erhöhen. Eine Weile grübelte ich darüber nach, woran das lag – leiteten die Fliesen die Wärme tatsächlich schlechter? Theoretisch müsste es ja genau umgekehrt sein – besser als der Estrich.

Meine Überlegungen führten mich zu folgendem Schluss: Der Fliesenkleber wird mit einer Zahnkelle aufgetragen. Dadurch entstehen lange, parallele Luftkanäle unter den Fliesen. Die Fliesen werden nicht so fest auf den Boden gepresst, dass sie diese vollständig ausfüllen. Diese Lufteinschlüsse verringern die tatsächliche Kontaktfläche zum Estrich. Das bedeutet, dass die Wärme nicht über die gesamte Oberfläche, sondern nur abschnittsweise übertragen wird – und folglich die Wärmeübertragung zwischen Estrich und Fliesen reduziert wird.

Ich erkläre Ihnen, warum ich den weißen Fliesenkleber separat verwendet habe; das hat einen guten Grund. Außerdem gehe ich detailliert auf meine Verlegetechnik ein.

Da die Wärmepumpe über die Rücklauftemperatur gesteuert wird, erkennt sie, dass weniger Wärme über den Fußboden verloren geht, und senkt automatisch die Vorlauftemperatur. Eine niedrigere Vorlauftemperatur bedeutet, dass sich der Fußboden weniger stark erwärmt und weniger Wärme an den Raum abgibt. Dadurch sinkt die Effizienz der Fußbodenheizung.

Man könnte sagen: „Na und? Dann erhöhe doch einfach die Vorlauftemperatur.“ Das funktioniert aber nur bei Gas- oder Festbrennstoffkesseln, da sich eine Erhöhung der Lufttemperatur nicht auf den Wirkungsgrad auswirkt. Bei einer Wärmepumpe ist es genau umgekehrt: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher der Wirkungsgrad.

Der Unterschied in der Wärmepumpeneffizienz bei einer Rücklauftemperatur von +27 °C und +28 °C ist kaum wahrnehmbar. Bei Minustemperaturen macht sich der Unterschied im Stromverbrauch jedoch bemerkbar. Mit Quarzlaminat wäre die Situation ähnlich oder sogar noch ungünstiger – die Rücklauftemperatur müsste sogar noch höher eingestellt werden.

Die ideale Umgebung für eine Wärmepumpe ist ein Passivhaus, in dem der Wärmeverlust minimal ist. Dadurch verringert sich der Temperaturunterschied zwischen Fußboden und Raumluft, und die Effizienz der Wärmepumpe steigt. Dies führt zu Einsparungen beim Gesamtstromverbrauch und einer höheren Leistungszahl (COP).

Dies ist eine Besonderheit von Fußbodenheizungen mit Wärmepumpe, die nach der Verlegung des endgültigen Bodenbelags nachgerüstet werden. Beachten Sie dies, falls Sie sich für ein solches System entscheiden. Selbst bei Feinsteinzeugfliesen sinkt die Heizleistung leicht, ganz zu schweigen von anderen Bodenbelägen.

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