Er hört alles, vor allem das, was er nicht hören sollte … aber wenn es ans Zähneputzen oder Anziehen geht, scheint er plötzlich taub zu sein. Dieses Phänomen kennen Eltern nur zu gut und lässt einen manchmal am liebsten alles lautstark wiederholen! Aber die gute Nachricht ist: Man muss nicht laut werden, um gehört zu werden. Experten verraten hier ihre besten Tipps, wie man die „dekorativen“ Ohren unserer Kinder in wirklich aktive Antennen verwandelt.
Zu viele Informationen überfordern: Geben Sie Anweisungen in kleinen Dosen.
Ein klassischer Fall: Man gibt vier Anweisungen auf einmal, und das Kind merkt sich bestenfalls nur eine. Das Gehirn kleiner Kinder ist nicht dafür gemacht, einen Befehlshagel wie den eines Pfarrers zu verarbeiten. „Mach den Fernseher aus, geh hoch und zieh dich um, putz dir die Zähne, kämm dir die Haare …“ – Schluss damit!
Setzen Sie lieber auf kurze, zweiteilige Anweisungen. Zum Beispiel: „Sobald der Zeichentrickfilm vorbei ist, ziehst du deinen Schlafanzug an. Dann treffen wir uns im Badezimmer zum Zähneputzen.“ Klar, prägnant und effektiv. Und vor allem realistisch!
Sei direkt und konkret. Kinder haben keine Zeit für lange Erklärungen. Anweisungen, die in einer langen Erklärung versteckt sind, werden wahrscheinlich übersehen. Statt: „Wir gehen zu Jules in den Park, und du möchtest vielleicht klettern, also zieh deine Schuhe um“, sag einfach: „Zieh deine Turnschuhe an, wir gehen in den Park!“
Es ist kinderleicht, aber viel wirkungsvoller.
Zweiseitige Kommunikation: Blickkontakt + Berührung
Worte allein reichen nicht immer aus. Um die Aufmerksamkeit deines Kindes zu gewinnen, kombiniere Blick und Berührung. Geh in die Hocke, lege sanft deine Hände auf seine Schultern, schau ihm direkt in die Augen … und sprich.
Diese Herangehensweise stärkt die Bindung und fördert besseres Zuhören. Und um sicherzugehen, dass er verstanden wird? Bitten Sie ihn, das Gesagte zu wiederholen. Eine spielerische und effektive Methode, um zu überprüfen, ob die Botschaft angekommen ist!
Wiederholen Sie sich nicht ständig: Weniger reden, mehr handeln. Wenn Sie etwas fünfzehn Mal wiederholen, wird Ihr Kind nicht gehorsamer. Im Gegenteil, es wird bis zum fünften Mal warten, bevor es etwas tut, weil es denkt, die ersten Bitten seien optional.
Eine klare Anweisung, maximal zweimal. Und dann? Handeln! Wenn er seine Legosteine nicht wegräumt, erklären Sie ruhig: „Wenn du sie jetzt nicht wegräumst, bleiben sie bis morgen im Schrank.“ Und bleiben Sie dabei. Gehorcht er hingegen sofort, loben Sie ihn: „Danke, dass du gleich zugehört hast, das war super!“ Lob ist ein echter Motivator.
Was wäre, wenn Zuhören zum Spiel würde?
Zuhören ist nicht nur eine Pflicht. Es kann auch als Fähigkeit trainiert werden … und dabei Spaß machen! Fragen Sie ihn beim Spaziergang, was er hört: einen Vogel? Blätter? Den Wind? Diese kleinen Sinnesspiele trainieren seine Konzentrationsfähigkeit.
Eine weitere Idee: Lieder. Hört euch gemeinsam seine Lieblingskinderlieder an und sprecht über den Text. Was bedeutet dieser Satz? Wer ist die Figur? Das macht Spaß und ist lehrreich zugleich.
Geht mit gutem Beispiel voran: Hört ihm zu, damit er euch zuhört. Wir neigen dazu, beim Lesen einer SMS oder Zwiebelschneiden automatisch zu antworten. Aber unsere Kinder spüren das: Sie merken, wann wir wirklich für sie da sind – und wann nicht.
Nehmt euch ein paar Minuten Zeit für ihn: Legt euer Handy weg, schaut ihm in die Augen und hört ihm zu, selbst wenn es schon die sechste Version seines Tages in der ersten Klasse ist. Diese gemeinsame Zeit wird ihn dazu ermutigen, es euch gleichzutun, wenn er zum Zuhören aufgefordert wird.