Ein Nachbar hatte einen Brunnen bis zu einer Tiefe von etwa 12 Metern gebohrt und war rundum zufrieden: Das Wasser war klar, kalt und schien perfekt. Sechs Monate später ließ er die Wasserqualität jedoch im Labor untersuchen und erlebte eine unangenehme Überraschung.
Die Ergebnisse zeigten E. coli, Nitrat und einen erhöhten Eisengehalt – fast dreimal so hoch wie normal.
Die Ursache war denkbar einfach: In der Nähe befand sich eine alte Klärgrube, durch die Schadstoffe ungehindert ins Grundwasser gelangen konnten.
Nach diesem Vorfall fragte ich mich: Ab welcher Tiefe kann man wirklich sicheres Trinkwasser gewinnen?
Unterschiedliche Grundwasserschichten – unterschiedliche Qualität
Grundwasser befindet sich in verschiedenen Tiefen, und die Unterschiede zwischen ihnen sind beträchtlich:
Grundwasser (bis zu 5 Meter Tiefe) entsteht durch Niederschlag, Schmelzwasser und Oberflächenabfluss. Befindet sich in der Nähe eine Toilette, eine Klärgrube oder eine Sickergrube, gelangen alle Schadstoffe leicht in diese Schicht. Dieses Wasser ist nicht zum Trinken geeignet.
Grundwasser (ca. 5–20 Meter Tiefe) ist besser geschützt, da es eine Tonschicht durchsickert, die Schadstoffe teilweise zurückhält. Seine Qualität variiert jedoch stark je nach Standort: In manchen Regionen ist es trinkbar, in anderen birgt es noch Risiken.
Artesisches Wasser (20–100 Meter und tiefer) durchläuft mehrere natürliche Filter: Sand, Ton, Kalkstein und manchmal Gestein. Dadurch wird das Wasser sauberer und seine Zusammensetzung stabiler.
Welche Tiefe gilt als sicher?
Experten zufolge beträgt die optimale Brunnentiefe mindestens 50 Meter, besser jedoch 60–70 Meter. In diesen Tiefen ist das Wasser bereits von oberirdischen Verschmutzungsquellen isoliert.
Ein sehr wichtiger Punkt: Geben Sie nicht auf, sobald Wasser austritt. Der erste Grundwasserleiter ist nicht immer von guter Qualität.
Um wirklich sauberes Wasser zu erhalten, müssen Sie so lange bohren, bis Sie auf Folgendes gestoßen sind:
Tonschichten
Sandstein und Kalkstein
vorzugsweise dichtere Gesteine wie Stein oder Granit. Ja, tieferes Bohren verursacht zusätzliche Kosten. Langfristig ist es jedoch kostengünstiger als der Einbau komplexer Filter oder das Bohren eines neuen Brunnens.
So bestimmen Sie die erforderliche Bohrtiefe auf Ihrem Grundstück:
Vor Beginn der Arbeiten sollten Sie Folgendes vorbereiten:
Studieren Sie geologische Karten der Region, um die Tiefe der Grundwasserleiter zu ermitteln.
Befragen Sie Ihre Nachbarn: Wie tief ist ihr Grundwasser und welche Probleme hatten sie?
Berücksichtigen Sie die Lage von Verschmutzungsquellen – Klärgruben und Sickergruben sollten mindestens 25–30 Meter entfernt sein.
Diese Schritte helfen Ihnen, Fehler zu vermeiden und Ihr Budget richtig einzuplanen.
Wahl des Bohrstandorts:
Es herrscht der weitverbreitete Irrglaube, dass man Wasser mithilfe von Rahmen, Stangen oder anderen traditionellen Methoden „finden“ kann. In der Praxis funktioniert das nicht. Grundwasserleiter gibt es fast überall – die einzige Frage ist ihre Tiefe.
Der Standort eines Brunnens wird nach praktischen Gesichtspunkten gewählt:
Einfache Verlegung der Leitungen zum Haus, Zugänglichkeit der Ausrüstung, Entfernung zu potenziellen Verschmutzungsquellen. Wenn Sie Brunnenwasser ohne gesundheitliche Risiken nutzen möchten, sollten Sie eine Tiefe von mindestens 50 Metern anstreben.
Wasser aus 10–15 Metern Tiefe mag sauber aussehen und gut schmecken, ist aber nicht unbedingt sicher. Das Beispiel eines Nachbarn ist ein deutlicher Beweis dafür.
Vor dem Bohren sollten Sie drei Dinge beachten: die Geologie des Standorts, die Erfahrungen Ihrer Nachbarn und eine anschließende Wasseranalyse. So sparen Sie nicht nur Geld, sondern schützen auch Ihre Gesundheit.
Haben Sie Ihr Brunnenwasser schon einmal testen lassen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen – lassen Sie uns darüber diskutieren.