Nacktschnecken sind wohl die unangenehmste Überraschung, die einen Gärtner im Kohlbeet erwarten kann. Man geht morgens hinaus, um die prächtigen Köpfe zu bewundern, und sieht stattdessen angefressene Blätter und glitzernde, schleimige Gänge in der Sonne.
In wenigen warmen, feuchten Nächten können diese gemächlichen, aber überraschend gefräßigen Tiere dem Gärtner die Ernte vernichten, auf die er den ganzen Sommer gewartet hat.
Doch es ist noch zu früh, aufzugeben – es gibt einige bewährte Methoden, um den Kohl ohne Chemie und unnötige Kosten zu schützen.
- Heißes Wasser für ungebetene Gäste
Nacktschnecken kriechen vor allem abends und nachts auf die Jagd, wenn die Hitze nachlässt und Feuchtigkeit aus dem Boden aufsteigt. Dann sollte man eine Gießkanne mit 45–50 °C heißem Wasser nehmen und sowohl den Kohl selbst als auch die Erde darum herum gießen.
Ein solcher Temperaturregen schadet der Pflanze nicht, schreckt aber Schädlinge sofort ab – sie ertragen die Unannehmlichkeiten nicht und lassen den Garten in Ruhe.
Die Methode ist einfach, fast kostenlos und erfordert keine zusätzlichen Anschaffungen – nur etwas heißes Wasser aus dem Wasserkocher oder Topf.
- Senflösung – ein wirksames Mittel gegen Schnecken
Senfpulver ist eines der günstigsten Mittel und in fast jedem Geschäft oder sogar in der eigenen Küche erhältlich. Lösen Sie 100 g Senfpulver in einem Eimer Wasser auf und verrühren Sie es gründlich, bis eine homogene Konsistenz entsteht.
Besprühen Sie die Kohlblätter von beiden Seiten mit der Lösung – dort halten sich Schnecken tagsüber am liebsten auf, um sich vor der Sonne zu schützen.
Der stechende Geruch und Geschmack von Senf sind für sie äußerst unangenehm, sodass sie die behandelten Pflanzen meiden. Wiederholen Sie die Behandlung alle 7–10 Tage, insbesondere nach Regen, wenn die Lösung von den Blättern abgewaschen wird.
- Essiglösung als schnelle „Notfallmaßnahme“ für den Garten
Wenn Sie keinen Senf zur Hand haben, können Sie auch normalen Haushaltsessig verwenden. Geben Sie 200 ml Essig in einen Eimer Wasser, rühren Sie um und besprühen Sie die Kohlbeete.
Der saure Geruch wirkt genauso abschreckend auf Schnecken wie Senf. Wiederholen Sie die Behandlung daher etwa einmal pro Woche. Achten Sie darauf, die Lösung nicht zu hoch zu dosieren, um die zarten Blätter junger Sämlinge nicht zu beschädigen.
- Universelles „Drei-in-Eins“-Mittel gegen Schnecken
Wenn Sie ganz sichergehen wollen, können Sie ein stärkeres Mittel aus improvisierten Zutaten herstellen: Mischen Sie Salz, Cayennepfeffer und Senf zu gleichen Teilen.
Verdünnen Sie die trockene Mischung in 1 Liter Wasser und lassen Sie sie 15 Minuten ziehen, damit sich die Inhaltsstoffe besser entfalten können. Besprühen Sie die Kohlbeete gründlich mit der fertigen Lösung – sowohl die Blätter als auch die Erde um jede Pflanze herum.
Schnecken können diesen „Cocktail“ aus drei scharfen und brennenden Zutaten nicht ausstehen. Wiederholen Sie die Behandlung alle zwei Wochen für ein dauerhaftes Ergebnis.
- Tabakasche-Mischung – ein bewährtes Hausmittel
Dieses Rezept stammt von unseren Großmüttern, die ganz ohne Chemie gärtnern, und es funktioniert noch immer hervorragend. Mischen Sie Tabakstaub und Holzasche zu gleichen Teilen und bestäuben Sie die Kohlblätter großzügig mit dieser Mischung, besonders an der Unterseite, wo sich Schädlinge am liebsten verstecken.
Die Asche sollte nach jedem Regen erneut aufgetragen werden, da Feuchtigkeit die Schutzschicht von den Blättern abwäscht. Alle oben genannten Methoden sind einfach, für jeden geeignet und völlig unbedenklich für die Pflanzen.
Wenn Sie sie regelmäßig anwenden und keine Behandlung auslassen, hat der Kohl beste Chancen, den Herbst gesund und munter zu überstehen.
Zusätzliche Tricks für zuverlässigen Schutz
Neben den grundlegenden Maßnahmen empfiehlt es sich, die Beete regelmäßig zu kontrollieren. Schnecken sind meist morgens oder abends leicht zu entdecken, und die einfachsten Exemplare lassen sich problemlos von Hand absammeln.
Eine weitere zuverlässige Methode ist das Anlegen einer Art Barriere aus lockerem Material um die Kohlpflanzen: Flusssand, Kalk oder Holzasche eignen sich dafür. Schnecken kriechen nicht gern über solche trockenen und stacheligen Oberflächen und meiden das geschützte Beet.
Auch die „Nachbarschaft gleicher Interessen“ ist hilfreich: Pflanzen Sie Ringelblumen, Knoblauch oder Calendula neben den Kohl. Ihr Duft schreckt nicht nur Schnecken, sondern auch viele andere Gartenschädlinge ab.
Und wer die Schädlinge „lebend“ fangen möchte, kann einfache Fallen verwenden: kleine Behälter mit Bier- oder Hefelösung, die ebenerdig eingegraben werden. Die Schnecken werden vom Geruch angelockt und finden keinen Ausweg mehr.
Durch die Kombination dieser einfachen und bewährten Methoden können Sie Ihren Kohl durchaus vor gefräßigen Schnecken schützen und eine reiche, saftige Ernte aus eigener Hand genießen.