Meine Eltern haben mich erst spät bekommen; ich bin ihr einziges Kind. Und trotzdem fühle ich mich nicht wirklich zu ihnen gehörig. Meine Mutter und mein Vater sind beide 64, und ich bin 20. Ich wohne seit anderthalb Jahren mit meinem Freund in einer Mietwohnung. Er arbeitet und studiert, und ich studiere noch. Wir haben kaum genug Geld für die Miete. Wir ernähren uns nicht besonders gut, aber meine Eltern helfen uns beim Lebensmitteleinkauf. Kaum waren wir zusammengezogen, wollten sie unbedingt heiraten. Wir wollten nichts überstürzen, gaben aber schließlich nach und heirateten. Danach sprachen meine Eltern ständig von Enkelkindern. Wir waren strikt dagegen, so früh Kinder zu bekommen. Wir haben keine richtige Wohnung und studieren beide noch. Mein Mann verdient kaum etwas. Und sie hatten alle Angst, keine Enkelkinder mehr zu erleben.

Sie beschlossen, mit uns zu sprechen und schlugen Folgendes vor:
„Du bekommst das Baby und studierst dann weiter. Du hast ja nur noch ein Jahr, und die Zeit verbringen wir mit dem Baby. Nutze dein Mutterschaftsgeld, um uns ein kleines Haus auf dem Land zu kaufen. Wir fahren mit Papa weg, und du wohnst in unserer Wohnung und musst keine Miete zahlen. Du kannst das Jahr, in dem du dein Studium abschließt, bei uns wohnen, und wenn du nicht möchtest, übernehmen wir die Miete für die Zwischenzeit. Alles, was das Baby braucht, kaufen wir selbst.“
Natürlich gefiel mir ihr Angebot, aber ich wollte nicht nur wegen einer Wohnung ein Kind bekommen. Doch dann kam das Leben dazwischen. Als dieses Gespräch stattfand, war ich bereits in der fünften Woche schwanger, wusste es aber noch nicht.
Und nun rückt der Termin näher. Niemand hat auch nur Windeln gekauft, und alle schweigen. Ich dachte, vielleicht würden sie kurz vor dem Geburtstermin welche besorgen. Schließlich sind die Leute ja schon älter und glauben vielleicht an alle möglichen Vorzeichen. Aber nichts dergleichen. Mama ruft an und fragt zum fünften Mal, ob alles für die Geburt des Enkels bereit ist. Ich sage ihr nein. Wir geben unser ganzes Geld für die Miete aus. Worauf sie nur antwortet: „Was denkt sich Wolodja dabei?“
Was sollen wir nur tun? Wir suchen jetzt ein Zimmer, damit wir etwas Geld übrig haben. Wir werden nicht alles kaufen können, was wir brauchen, aber wenigstens haben wir dann etwas. Niemand vermietet gern ein Zimmer, wenn er pleite ist. Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll.
Vermutlich werden wir uns, sobald das Kind geboren ist, mit dem für die Mutterschaft angesparten Kapital ein Haus im Dorf kaufen.