Sie haben Fleischbrühe zum Abendessen gegessen und morgens schmerzen Ihre Knie. Sie haben geräucherten Fisch genossen und Ihre Finger sind steif. Viele Menschen ab 60 bemerken, dass ihre Gelenke sich scheinbar an jede Mahlzeit „erinnern“.
Dafür steckt keine Magie dahinter, sondern Harnsäure, die sich im Körper anreichert und in den Gelenken ablagert.
Das Alter verändert die Spielregeln.
Nach dem 60. Lebensjahr verarbeitet der Körper Nahrung anders. Der Stoffwechsel verlangsamt sich um 20–30 Prozent. Die Nieren arbeiten weniger aktiv, und ihre Fähigkeit, Harnsäure auszuscheiden, ist um fast ein Drittel reduziert.
Der Gelenkknorpel wird dünner und trockener. Er schützt die Knochen nicht mehr so gut vor Reibung. Jede Entzündung im Gelenk macht sich sofort durch Schmerzen und Steifheit bemerkbar. Und Harnsäure ist einer der Hauptauslöser dieser Entzündung.
Auch der kumulative Effekt spielt eine Rolle. Harnsäurekristalle bilden sich nicht über Nacht, sondern über Jahre. Ab dem 60. Lebensjahr können sie sich so stark ansammeln, dass selbst ein geringer Anstieg des Säurespiegels eine Verschlimmerung der Beschwerden auslösen kann.
Harnsäure: Von der Nahrung zu Gelenkschmerzen
Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purinen. Diese sind in proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten und Hülsenfrüchten enthalten. Der Körper produziert auch selbst geringe Mengen an Purinen.
Normale Harnsäurewerte im Blut liegen bei Frauen über 60 bei bis zu 360 Mikromol pro Liter und bei Männern bei bis zu 420 Mikromol pro Liter. Bei höheren Werten beginnt die Säure zu kristallisieren und sich in den Gelenken abzulagern. Am häufigsten sind die Großzehen, Knie und Hände betroffen.
Die Kristalle sind spitz wie Nadeln. Sie reizen das Gelenkgewebe und verursachen Entzündungen, Schwellungen und starke Schmerzen. Diese sind besonders morgens stark und führen zu steifen, schmerzenden Gelenken.
Sieben Lebensmittel, die helfen, überschüssige Harnsäure auszuscheiden
Lebensmittel 7: Kirschen
Rote Beeren enthalten Anthocyane, Substanzen, die Gelenkentzündungen reduzieren. Regelmäßiger Kirschkonsum kann die Häufigkeit von Gichtanfällen um 35 Prozent senken. Frische Beeren sind wirksamer, aber auch gefrorene sind geeignet. Portionsgröße: 150–200 Gramm frische Kirschen pro Tag oder 100 Gramm gefrorene.
Lebensmittel 6: Gurken
Gurken bestehen zu 95 Prozent aus Wasser. Dies unterstützt die Nieren dabei, Harnsäure effektiver aus dem Körper zu spülen. Gurken wirken zudem basisch auf das Blut, und in einem basischen Milieu lösen sich Harnsäurekristalle besser auf. Essen Sie 1–2 frische Gurken pro Tag, vorzugsweise ohne Salz. Salz bindet Wasser und beeinträchtigt die Säureausscheidung.
Produkt 5: Sellerie
Selleriestangen enthalten 3-n-Butylphthalid. Es regt die Nierenfunktion an und hilft den Nieren, überschüssige Harnsäure auszuscheiden. Sie können frische Stangen im Salat essen oder Selleriesaft trinken. Empfohlene Verzehrmenge: 2–3 Stangen pro Tag oder 100 ml frisch gepresster Saft. Verdünnen Sie den Saft am besten mit Wasser.
Produkt 4: Zitrone und Zitronenwasser
Zitronensäure hilft, Harnsäurekristalle in den Gelenken aufzulösen. Warmes Wasser mit Zitrone auf nüchternen Magen ist wohltuend: Pressen Sie eine halbe Zitrone in ein Glas warmes Wasser und trinken Sie es 20–30 Minuten vor dem Frühstück. Dies regt die Nierenfunktion an und bereitet den Körper auf die Ausscheidung vor.
Produkt 3: Haferflocken
Haferflocken sind reich an löslichen Ballaststoffen. Sie binden Purine im Darm und verhindern deren vollständige Aufnahme ins Blut. Weniger Purine bedeuten weniger Harnsäure. Kochen Sie Haferflocken in Wasser ohne Öl und Zucker. Portionsgröße: 150–200 Gramm gekochte Haferflocken 4–5 Mal pro Woche. Sie können ein paar Beeren oder einen halben Apfel hinzufügen.
Produkt 2: Fettarme fermentierte Milchprodukte
Kefir, fermentierte Backmilch und Sauermilch mit 1–2,5 % Fett helfen, Harnsäure abzubauen. Milchproteine binden die Säure und scheiden sie über die Nieren aus. Empfohlene Menge: ein Glas fermentierte Milch pro Tag, vorzugsweise abends. Vermeiden Sie fettreiche Lebensmittel, da diese den gegenteiligen Effekt haben und den Harnsäurespiegel erhöhen.
Produkt 1: Äpfel
Äpfel enthalten Apfelsäure, die Harnsäure im Körper neutralisiert. Das Pektin in Äpfeln bindet Giftstoffe und scheidet sie über den Darm aus. Essen Sie täglich einen mittelgroßen Apfel zwischen den Mahlzeiten. Grüne Apfelsorten sind empfehlenswert, da sie weniger Zucker und mehr Säure enthalten.
Was Sie vermeiden sollten
Bestimmte Lebensmittel können den Harnsäurespiegel stark erhöhen. Beschränken oder vermeiden Sie: rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm), Innereien (Leber, Nieren, Zunge), fetten Fisch (Makrele, Hering, Sardinen) und Meeresfrüchte (Garnelen, Muscheln, Tintenfisch).
Geräuchertes Fleisch, Wurstwaren und Konserven sind ebenfalls tabu, da sie viel Salz und Purine enthalten. Alkohol, insbesondere Bier und Rotwein, hemmt die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren. Zuckerhaltige, kohlensäurehaltige Getränke mit Fruktose erhöhen die Harnsäureproduktion im Körper.
Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen) und Pilze sind purinreich. Sie können in Maßen, maximal zweimal pro Woche und in kleinen Portionen verzehrt werden.
Einfache Regeln für jeden Tag: Trinken Sie ausreichend Wasser, mindestens 1,5–2 Liter täglich. Wasser unterstützt die Nieren bei der Harnsäureausscheidung. Alle Flüssigkeiten zählen: Tee, Kompott, Suppen. Mindestens die Hälfte sollte jedoch aus reinem Wasser bestehen.
Hungern Sie nicht und essen Sie nicht zu viel. Beim Fasten beginnt der Körper, seine eigenen Proteine abzubauen, und Ihr Blutzuckerspiegel sinkt.Der Harnsäurespiegel steigt stark an. Auch übermäßiges Essen ist schädlich, insbesondere proteinreiche Lebensmittel. Essen Sie 4-5 kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.
Achten Sie auf Ihr Gewicht. Übergewicht belastet die Gelenke und erhöht die Harnsäureproduktion. Sie sollten jedoch langsam abnehmen, nicht mehr als 2-3 Kilogramm pro Monat. Plötzlicher Gewichtsverlust kann einen Krankheitsschub auslösen.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
Wenn Gelenkschmerzen häufig auftreten, mehrere Tage anhalten oder sich verschlimmern, konsultieren Sie einen Hausarzt oder Rheumatologen. Ihr Arzt wird eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Harnsäurespiegels anordnen und gegebenenfalls eine Behandlung verschreiben.
Eine gesunde Ernährung hilft, den Harnsäurespiegel zu regulieren und die Häufigkeit von Krankheitsschüben zu reduzieren. Sie ersetzt jedoch keine ärztliche Behandlung. Wenn Ihnen Ihr Arzt Medikamente verschrieben hat, nehmen Sie diese ein und halten Sie sich gleichzeitig an Ihre Ernährungsumstellung. Diese Kombination erzielt die besten Ergebnisse.
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Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken. Die hier bereitgestellten Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung, stellen keine Diagnose dar und verschreiben keine Behandlung. Achten Sie auf Ihre Gesundheit und verzichten Sie auf Selbstmedikation!