Freilandhühnerstall mit sicherem Auslauf

Ein artgerechter Freilandhühnerstall kombiniert einen sicheren, isolierten Rückzugsort für die Nacht mit einem lückenlos geschützten Auslauf für den Tag. Da Hühner im Freiland sowohl Bodenfeinden (wie Füchsen und Mardern) als auch Luftfeinden (wie Habichten und Bussarden) ausgesetzt sind, ist ein durchdachtes Sicherheitskonzept beim Bau unerlässlich.

Mit ein wenig handwerklichem Geschick und einer klugen Strukturierung lässt sich ein Paradies schaffen, das Schutz und Natur optimal verbindet.

1. Der Stall: Sicherer Rückzugsort für die Nacht

Der Stall selbst muss absolut einbruchsicher gegen kleine, wendige Raubtiere wie Marder oder Ratten sein.

  • Fundamentschutz gegen Untergraben: Marder und Füchse graben sich mühelos unter Stallwänden hindurch.
    • Lösung: Stellen Sie den Stall entweder auf ein solides Betonfundament oder auf stabile Einschlaghülsen mit angehobenem Holzboden. Bei bodentiefen Ställen sollte ein stabiler Volierendraht mindestens 30 bis 50 cm tief vertikal in den Boden eingegraben oder flach als „Schürze“ nach außen auf dem Boden verlegt und mit Steinen beschwert werden.
  • Sichere Belüftung ohne Schwachstellen: Lüftungsschlitze sind für das Stallklima wichtig, um Feuchtigkeit und Ammoniak abzutransportieren. Alle Öffnungen müssen jedoch mit engmaschigem, punktgeschweißtem Volierendraht (Maschenweite max. 12 mm) gesichert werden. Einfacher sechseckiger „Kaninchendraht“ reicht nicht aus, da Marder ihn durchbeißen oder aufbiegen können.
  • Automatische Hühnerklappe: Eine dämmerungsgesteuerte oder zeitgesteuerte automatische Klappe sorgt dafür, dass die Hühner pünktlich bei Einbruch der Dunkelheit sicher verschlossen sind, auch wenn Sie einmal nicht rechtzeitig zu Hause sind.

2. Der sichere Auslauf: Schutz von oben und unten

Ein sicherer Auslauf im Freiland zeichnet sich dadurch aus, dass er den Hühnern Bewegungsfreiheit bietet, ohne sie ungeschützt auf dem Präsentierteller sitzen zu lassen.

  • Schutz vor Lufträubern (Greifvogelschutz): Habichte jagen im Sturzflug und nutzen jede freie Fläche.
    • Übernetzungsverfahren: Bei kleineren Ausläufen ist ein lückenloses, reißfestes Engelnetz (Maschenweite ca. 8 cm) die sicherste Wahl. Es hält Greifvögel ab, lässt aber Schnee im Winter gut durchrutschen, sodass das Netz nicht reißt.
    • Strukturierte Bepflanzung bei großen Ausläufen: Wenn ein Netz aufgrund der Größe des Auslaufs nicht machbar ist, müssen Sie Deckung schaffen. Pflanzen Sie dichte, dornige Sträucher (wie Sanddorn, Wildrosen oder Brombeeren) sowie niedrige Nadelgehölze. Hühner nutzen offene Wiesen kaum, wenn kein schützendes Blätterdach in der Nähe ist, unter das sie bei einem Warnruf flüchten können.
  • Der Zaun gegen Bodenfeinde:
    • Der Zaun sollte eine Höhe von mindestens 1,80 m haben, um das Überfliegen durch schwere Hühnerrassen zu verhindern und Füchsen das Überspringen zu erschweren.
    • Ein nach außen abgewinkelter Übersteigschutz am oberen Ende des Zauns hindert Kletterkünstler daran, den Zaun zu überwinden.

3. Beschäftigung und Struktur im Auslauf

Ein strukturierter Auslauf verhindert Langeweile und damit verbundene Verhaltensauffälligkeiten wie Federpicken.

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  • Unterstände und künstliche Deckung: Platzieren Sie im Auslauf niedrige Unterstände, alte Holzpaletten auf Stelzen oder umgedrehte Obstkisten. Diese dienen den Hühnern als Sonnen- und Regenschutz sowie als sichere Beobachtungsposten.
  • Das überdachte Staubbad: Ein trockenes Staubbad ist für die Gefiederpflege und Parasitenabwehr essenziell. Heben Sie einen Bereich aus und füllen Sie ihn mit einer Mischung aus feiner, trockener Erde, Sand und etwas Holzasche (oder Kieselgur). Dieser Bereich muss zwingend überdacht sein, damit die Erde auch bei Dauerregen staubtrocken bleibt.
  • Erhöhte Sitzstangen im Freien: Hühner lieben es, tagsüber erhöht zu sitzen, um die Umgebung im Blick zu haben. Bringen Sie wetterfeste Äste oder Holzstangen in verschiedenen Höhen im Auslauf an.

Tipp für den schnellen Aufbau: Recycling-Materialien nutzen

Wenn Sie den Auslauf kostengünstig und rustikal eingrenzen möchten, können Sie auch auf gebrauchte Materialien zurückgreifen. Ein robuster Zaunrahmen lässt sich hervorragend aus alten Holzpaletten bauen, die im unteren Bereich durch engmaschigen Draht verstärkt werden. Das verleiht dem Gehege nicht nur Stabilität, sondern auch einen charmanten, ländlichen Charakter.

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