Ein rustikaler, doppelseitiger Steingrill ist das absolute Highlight für jedes größere Gartenfest. Das zweiseitige Design trennt die Kochzonen perfekt: Auf der einen Seite kann bei hoher Hitze scharf angegrillt werden (z. B. Steaks oder Burger), während die andere Seite Platz für langsames Garen, Warmhalten oder das Rösten von Beilagen bietet. Zudem können so zwei Grillmeister gleichzeitig arbeiten, ohne sich in die Quere zu kommen.
Hier ist eine einfache und stabile Anleitung für den Eigenbau aus Natursteinen oder rustikalen Klinkern.
Vorbereitung & Material
- Steine: Rustikale Ziegelsteine (Klinker), Pflastersteine oder behauene Natursteine (wichtig: feuerfest und frostbeständig).
- Mörtel: Feuerfester Schamottemörtel für den Innenbereich (Feuerbox) und normaler Zementmörtel (Klasse M10) für die Außenmauern.
- Fundament: Fertigbeton, Schotter als Tragschicht und eine Bewehrungsmatte.
- Ausstattung: Zwei passende Grillroste und zwei stabile Kohlewannen (Stahlblech, ca. 4–5 mm dick).
Bauanleitung Schritt für Schritt
1. Das solide Fundament (Basis)
Ein Steingrill hat ein enormes Eigengewicht. Ohne Fundament würde er im Winter durch den Frost absacken und reißen.
- Heben Sie eine Grube in der gewünschten Größe (z. B. 160 x 80 cm) ca. 30 cm tief aus.
- Füllen Sie 15 cm Schotter als Frostschutz ein und verdichten Sie diesen gut.
- Bauen Sie eine Holzschalung, legen Sie die Bewehrungsmatte hinein und gießen Sie ca. 15 cm Beton auf. Lassen Sie das Fundament mindestens 3 bis 4 Tage vollständig aushärten.
2. Das Mauerwerk in „E“-Form
Der doppelseitige Grill wird im Grundriss wie ein großes „E“ gemauert. Die lange Rückwand verbindet die drei Querwände (links, Mitte, rechts), wodurch zwei separate Grillkammern entstehen.
- Mischen Sie den Zementmörtel an und legen Sie die erste Reihe Steine exakt im Lot aus.
- Mauern Sie die Wände im klassischen Verband (versetzte Fugen) bis auf eine angenehme Arbeitshöhe von ca. 85 bis 90 cm auf. Nutzen Sie ständig die Wasserwaage.
3. Die Auflagen für Kohle und Rost integrieren
Sobald Sie die gewünschte Höhe für die Feuerbox erreicht haben, müssen Halterungen für die Kohlewannen und Grillroste geschaffen werden.
- Die einfachste Methode: Drehen Sie in den entsprechenden Reihen einige Steine um 90 Grad nach innen, sodass sie als feste Konsolen (Vorsprünge) in die Grillkammern hineinragen.
- Planen Sie jeweils zwei Ebenen pro Seite ein: Eine untere Ebene für die Kohlewanne und 1-2 höhere Ebenen für den Grillrost, um die Hitze später regulieren zu können.
4. Die Feuerboxen auskleiden
- Kleiden Sie die beiden inneren Grillkammern, in denen später die Kohle brennt, mit feuerfesten Schamottesteinen aus.
- Verwenden Sie hierfür ausschließlich den hitzebeständigen Schamottemörtel, da normaler Zement bei der extremen Hitze der Glut reißen und abplatzen würde.
5. Aushärten und Einbrennen
- Lassen Sie den fertigen Grill mindestens ein bis zwei Wochen komplett durchtrocknen.
- Das erste Anfeuern: Machen Sie beim ersten Mal nur ein sehr kleines, schwaches Feuer in beiden Kammern. Das sogenannte „Einbrennen“ entzieht dem Mörtel die restliche Tiefenfeuchtigkeit langsam, ohne dass Risse entstehen.
Nach dem Einbrennen ist Ihr rustikaler Doppelgrill bereit für den Dauereinsatz. Die offenen Fächer unter den Grillflächen eignen sich übrigens perfekt, um darin trockenes Kaminholz oder Grillkohle griffbereit zu lagern.